Zurück zur Übersicht

Ysop

Kräuterkolumne

Küchenkräuter haben immer Saison. Wir sollten sie das ganze Jahr über verwenden, ob frisch, getrocknet oder verarbeitet. Gerade im Herbst haben sie aber eine besonders große Bedeutung, da viele sehr wärmend und belebend wirken. So können uns Küchenkräuter beim Übergang in den Herbst besonders gut unterstützen, so auch das wichtige Würzkraut Ysop.

Der Name Ysop kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie heiliges Kraut. Ysop hat eine lange mythologische Vergangenheit, so wurde er in der Antike zur Reinigung von Gräbern und Kultstätten verwendet. Ysop vertreibt die Schwermut und stärkt die Nerven, er unterstützt uns bei Erkältungen und hilft, das Immunsystem natürlich aufzubauen. Das Kraut ist ein exzellentes Hausmittel bei Verschleimungen der Atemwege sowie bei Husten und Asthma. Die Inhaltsstoffe Phenol und Thujon wirken keimtötend und reinigend. Außerdem ist Ysop gut für das Gedächtnis, fördert die  Konzentration und hilft bei Verdauungsstörungen. Hildegard von Bingen lobt Ysop besonders mit Hühnchen gekocht oder in Wein eingelegt, was sehr aufbauend und stärkend wirkt.   

Lippenblütler wie Thymian und Salbei sind die Verwandten des Ysops, der auch Josefskraut, Bienenkraut, Ispenkraut, Essigkraut, Kloster Ysop, Weinkraut oder Luftkraut genannt wird. Er liebt die Sonne, sowie trockenen und steinigen Standort.

Ysop ist die Pflanze der Weihe und zählt zu den Bibelkräutern. Beim Räuchern wird er als starke Schutz- und Reinigungspflanze verwendet, hat eine belebende Wirkung und steigert die Konzentrationsfähigkeit.

Der Ysop ist ein mehrjähriger Halbstrauch mit kurzen, verholzten Trieben. Das immergrüne Kraut, das in meinem Garten sehr wuchert, wächst kerzengerade und wird über einen halben Meter hoch. Ysop hat kleine Blätter und sehr hübsche meist violett blaue Blüten. Meistens blüht er zweimal im Jahr und verströmt einen stark aromatischen Geruch. Die Blüten entfalten sich zwischen Juni und Oktober, der Erntezeit des Ysops.

Die Blätter haben einen leicht bitteren, etwas herben, würzig-aromatischen Geschmack. Sie erinnern an eine Mischung zwischen Oregano, Rosmarin und Salbei. Ysop verfeinert fast alle Suppen-, Gemüse-, Kartoffel- und Fleischgerichte, Eintöpfe und Salate. Auch Topfen und Aufstrichen erhalten durch ihn einen pikanten Geschmack. Häufig wird Ysop als Würzkraut für Wildfleisch und Fischgerichte verwendet. Er sollte aber nur sparsam verwendet werden, da er eine recht starke Note sowie intensive Wirkstoffe besitzt.

Das Heilkraut Ysop wird als Tee, Tinktur und Salbe oder als Gewürz in Speisen angewendet, ich gebe ihn auch gerne in meinen Kräuteressig. Außerdem verwende ich Ysop gerne in meiner Naturkosmetik, da er auf der Haut angenehm pflegend wirkt. Das Ysop-Hydrolat, das mit einer Destille zubereitet wird und ein reiner Wasserauszug aus der Pflanze ist, hat eine besondere Note. Es beruhigt unreine und empfindliche Haut. Hier kann auch ein Ysop-Bad sehr hilfreich sein, das ich gerne mit einem Apfelessig ziehen lasse und dann ins Badewasser gieße. Für juckende Kopfhaut, ist Ysop-Tee als Waschwasser und zur Einreibung zu empfehlen. Als Heilsalbe wirkt Ysop sehr pflegend und beruhigend.

Genießen Sie die schönen Herbsttage in der Natur und lassen auch Sie sich von Ihrer Vielfalt verwöhnen.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen