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Wiesenschaumkraut

Kräuterkolumne

Es schenkt uns wunderbare frühlingshafte Farbtupfer und verzaubert oft ganze Wiesen in ein, wie von farbigem Schaum bedecktes, Blütenmeer - das Wiesenschaumkraut. Es liebt besonders feuchte Wiesen und mag absolut keinen Dünger. Die einzelnen Blüten des Wiesenschaumkrauts sind unterschiedlich gefärbt, sie sind blass lila oder blass rosa und können auch fast weiß erscheinen. Es ist nicht nur wunderbar anzusehen, sondern sorgt durch die enthaltenen Senfglykoside, die eine leichte Schärfe verleihen, auch für eine willkommene Abwechslung auf dem Butter- oder Aufstrichbrot. Ich liebe diesen Geschmack des Wiesenschaumkrautes, das jetzt fast täglich frisch in meinen Speisen dabei ist. Neben den Blättern schmecken auch die Blüten mit ihrem sehr würzigen, kresseartigen Aroma gut. Sie passen hervorragend in Salate, Suppen, Aufstriche, Smoothies und Kräuterbutter oder als Deko auf die verschiedensten Speisen.

Die Inhaltsstoffe des Wiesenschaumkrautes haben eine blutreinigende, belebende und entspannende Wirkung auf den gesamten Organismus. Besonders bei Frühjahrsmüdigkeit, da es Leber und Galle anregt, sowie bei Vitaminmangel kann diese vitaminreiche, wertvolle Heilpflanze bestens genutzt werden. Das Wiesenschaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler und hat einige bekannte Verwandte, so zum Beispiel die Kresse, den Meerrettich, den Senf oder den Rettich. Früher diente es der Landwirtschaft als Zeigerpflanze für die Ernte und das Wetter. Wenn viel Wiesenschaumkraut wuchs, rechneten unsere Ahnen mit wenig Heu. Aus diesem Grund erhielt es auch den Namen Hungerblume.

Wenn ich ein Wiesenschaumkraut sehe, kommen viele Kindheitserinnerungen in mir hoch. So wurde mir immer wieder gesagt, dass es die Muttertagsblume ist. Das kommt wohl daher, weil das Wiesenschaumkraut zu dieser Zeit in voller Blüte steht, und wir Kinder zu dieser Zeit anscheinend viel draußen gespielt haben.
Bei den Schamanen gilt das Wiesenschaumkraut als die Blüte uralten Wissens, denn es heißt, die Essenz dieser Blüten ermöglicht den Kontakt zu den eigenen Wurzeln, zu den Ahnen. Diese wunderbare Pflanze hilft, das Zarte und Feine wieder wahrzunehmen und die Selbstliebe zu stärken.

Ich liebe an den Wildkräutern, dass sie so vielseitig sind, uns so viele verschiedene wertvolle Inhaltsstoffe schenken und oft fast unbemerkt unsere Wege begleiten. Machen Sie sich noch heute auf die Suche, Sie werden sicher ein Wiesenschaumkraut entdecken.

Wiesenschaumkraut-Senf

100 g Wiesenschaumkrautblüten mit 100 ml Weinessig fein pürieren. 50 g Roggenvollkornmehl, 1 EL zerstoßene Senfkörner, 1 EL Honig, 1 EL Beerenmarmelade dazu geben und gut mischen. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Den Senf durchrühren, in Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Monika Kronsteiner,
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen