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Wasserdost

Kräuterblog

Der Herbst steht vor der Tür, und wir sollten nun daran denken, unser Immunsystem zu stärken. Viele Wildkräuter stehen zur Verfügung, die uns begleiten, stärken und unterstützen. Neben Beeren, wie Holunderbeeren, Dirndlkirschen, Schlehdorn, Weißdorn und allen Wurzelgemüsen, sind die Kräuter unserer Umgebung besonders wichtig. Heute stelle ich Ihnen den Wasserdost vor, der diesen Sommer auch in meinem Garten beim Teich aufgetaucht ist. Ich habe ihn immer für eine wunderbare Zierpflanze gehalten, jedoch ist er auch eine – selten angewendete – Heilpflanze. Als solche darf er allerdings über keinen langen Zeitraum oder in großen Mengen eingenommen werden, denn er zählt auch zu den Giftpflanzen.

Aus dem hellrosa leuchtenden Wasserdost lassen sich wirksame Mittelchen herstellen, die das Immunsystem stärken und Bakterien wie Viren bekämpfen. Schon letztes Jahr bereitete ich mir Tropfen zu, die mich stärken, wenn sich eine Erkältung ankündigt. Besonders zur Behandlung von hartnäckigen Erkrankungen und grippalen Infekten kann ich Wasserdost empfehlen. Er kann bei den unterschiedlichsten Infekten, bei Muskel- und Gliederschmerzen, aber auch bei Hauterkrankungen helfen, denn er wirkt entzündungshemmend, wundheilend und schmerzlindernd. Man kann ihn als Tee gurgeln, was gegen Geschwüre und Entzündungen im Mundraum hilft. Größere Mengen des Tees können als Badezusatz gegen Hautbeschwerden helfen.

Unter anderen gehört er auch zu den Frauenpflanzen und ist bei Eierstock- und Eileiterentzündungen zu empfehlen. Der frische Pflanzensaft kann bei Ödemen und geschwollenen Füßen helfen.

Bereits in der Antike setzten die Griechen den Wasserdost bei Lebererkrankungen ein. Man kann ihn als Tinktur, Blütenessenz oder Tee verwenden, aber auch in Mischungen ist er immer wieder zu empfehlen, wie in diesem alten Rezept für Grippetropfen: 1 Teil frischer Wasserdost Blüten und Blätter, 1 Teil Kapuzinerkresse Blüten und 1 Teil frische Engelwurz Stängel und Blüten in Kornschnaps ansetzen und 3 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen.

Wasserdost zählt zu den Giftpflanzen und kann bei Überdosierung Brechreiz und Lebererkrankungen auslösen. Deshalb muss die Dosierung genau eingehalten werden, außerdem sollte Wasserdost nicht zu lange, sondern nur in akuten Fällen angewendet werden. Ich nehme ihn gern in Tropfen ein, da dadurch eine genaue Dosierung möglich ist. Zu empfehlen ist eine Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Der Wasserdost wird auch Fieberkraut, Hirsenklee, Lebertrost, Herrgottsbart, Bruchwurtz, Wasserhanf, Kunigundenkraut oder Blauwetterkühl genannt.

Er liebt feuchten Boden, steht oft an Ufern, Gräben, Bächen, Waldrändern und nassen Wiesen. Während der Blüte- und Sammelzeit von Juli bis September, ist das blassrosa blühende Kraut, das bis zu 2 Meter hoch werden kann, kaum zu übersehen. Die ausdauernde, sommergrüne Pflanze gehört zu den Korbblütlern.

Die Bienen, Schmetterlinge und Käfer lieben den süßen Nektar der intensiv duftenden Pflanze.

Begegnen Sie den wertvollen Heilpflanzen und spüren Sie die Kraft, die uns von der Natur geschenkt wird.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen