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Walderdbeerblätter

Kräuterkolumne

Der Frühling bietet uns laufend neue Schätze an. Nun ist es an der Zeit, die Blätter der Walderdbeeren zu sammeln, da sie jetzt am wirkstoffreichsten sind und Harmonie in den Körper bringen. Erdbeerblätter sind ein uraltes Heilmittel. Als Füllstoff für Teemischungen durften Erdbeerblätter in keiner Teemischung fehlen, ob im Haustee, Frühstückstee oder – natürlich – im Tee bei Entzündungsschmerzen.

Selbst mein Vater musste noch als Schulkind viele dieser Beerenblätter sammeln, denn meine Oma hielt viel auf Erdbeerblätter, die heute noch einen festen Platz in der Hausapotheke haben. Die Blätter haben einen leicht zusammenziehenden Geschmack und sind geruchslos. Sie dienten zur Stärkung der Genesung sowie als Blutreinigungsmittel. Tee aus Erdbeerblättern wurde auch so beliebt, da der Gerbstoffgehalt sehr hoch ist. So wurde er, auch durch die Fermentation der Blätter (Gärung), zum Schwarzteeersatz. Gerbstoffpflanzen sind besonders gut für Haut, Geschwüre und offene Wunden. Früher wurden diese, wie mir ältere Menschen oft erzählen, ganz viel verwendet.

Erdbeerblättertee wird als Gesichtswasser bei Akne und als Bad verwendet. Er ist blutreinigend, unterstützt die Nieren, verstärkt die Blasentätigkeit und beruhigt Leber, Magen und Galle. Bei Durchfall kann er hilfreich sein. Besonders bei Menstruationsbeschwerden junger Frauen, aber auch im Wechsel bei Nachtschweiß, kann ich eine Teemischung aus Erdbeerblättern, Schafgarbe, Gänsefingerkraut und Frauenmantel sehr empfehlen.
Die Wurzeln, die im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst gesammelt werden können, besitzen noch mehr Gerbstoffe als die Blätter, da in ihnen die geballte Pflanzenkraft steckt. Sie werden gerne als Gurgelmittel bei Halsschmerzen genützt.

Die Walderdbeere wächst auf allen Böden, liebt aber besonders lichte und nährstoffreiche Böden bei Wäldern, Hecken und Waldwegen sowie abgeholzte Stellen in Mischwäldern. Walderdbeeren wachsen von alleine, sobald man einmal eine Pflanze in den Garten gesetzt hat. Am besten pflanzt man sie unter ein Gebüsch in halbschattige bis schattige Erde. Sehr beliebt sind natürlich die süßen Früchte der Erdbeere, die im Juni und Juli reif sind. Sie enthalten besonders viel Vitamin C und tragen eine reinigende Wirkung in sich.

Ich sammle jetzt die frischen hellgrünen Blätter der jungen Ableger, die ich großteils getrocknet für die Teezubereitung verwende. Auch in der Küche als Wildgemüse und Salat lassen sie sich wunderbar verwenden. Neben Erdbeerblättern können Sie jetzt auch die frischen Blätter der Himbeere, Brombeere und der schwarzen Ribisel für Ihren Haustee sammeln.

Genießen Sie den Frühling mit den einzigartigen Kostbarkeiten der Natur, die schon unsere Vorfahren sehr geschätzt und genutzt haben.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen