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Thymian

Kräuterklolumne

Thymian wärmt uns von innen, und ist dadurch in der kalt-feuchten Jahreszeit eine überaus wertvolle Heilpflanze! Wie alle Bitterkräuter hält er unseren Stoffwechsel ständig in Schwung. In keiner Jahreszeit ist dies so wichtig, wie jetzt im Winter. Früher war der Thymian das Antibiotikum für arme Leute. Er beinhaltet eines der stärksten natürlichen antibiotischen Wirkstoffe, die uns die Natur schenkt. Einst hoffte man sogar, sich mit Thymian vor der Pest schützen zu können. Dennoch wird die Heilwirkung des Thymians oft unterschätzt. Thymos heißt er im Griechischen, was übersetzt Lebenskraft und Mut heißt, aber auch Geist, Tapferkeit und Stärke. Früher tankten die Soldaten Mut in einem Thymianbad. Unser Körper benötigt Thymian bei Antriebslosigkeit, genereller Müdigkeit, Abwehrschwäche und nach einer psychischen Krise. Sein herzhaftes Aroma wirkt stimmungsaufhellend und ist eine wirksame Medizin, die Energie, Mut und Wärme spendet, das Lebensfeuer schürt und zu neuer Antriebskraft verhilft. Der kräftige Duft und würzige Geschmack des Thymians weisen auf seine Stärke hin. Der „Meister der Reinigung“ hat die Fähigkeit, Keime abzutöten, egal, ob es sich um Pilze, Bakterien oder Viren handelt. Er kann jedoch nicht nur Keime abtöten, sondern auch zähen Schleim lösen. Deshalb ist er als schleimlösendes Hustenmittel wie auch zur Behandlung von Erkältungskrankheiten sehr beliebt. 

Der echte Thymian ist ein Zwergstrauch mit verholztem, niederliegendem Stamm. Er ist stark verzweigt und besitzt spitz zulaufende Blätter, die an der Unterseite weiß filzig erscheinen. Von April bis September blühen blauviolette bis rote Blüten. Er liebt trockene sonnige Plätze, ist ansonsten aber eine robuste Pflanze, die wenige Ansprüche stellt. Heimisch ist der Thymian im Mittelmeerraum. In unseren Breiten hat der Quendel, auch wilder Thymian genannt, Ähnlichkeiten mit dieser wertvollen Heilpflanze, die auch Küchenkraut, Suppenkraut, Bienenkraut und Marienbettstroh heißt. Echter Thymian wird in unseren Gärten kultiviert und zum Räuchern, bei Erkältungen, Antriebslosigkeit, negativer Energie und nach einer langen Krankheit verwendet. Thymian ist auch eine Eisenpflanze, die den Eisengehalt ankurbeln kann.

Jetzt in den Raunächten empfehle ich, Thymian zu räuchern.Thymian ist nicht nur eine beliebte Heilpflanze, sondern eine wunderbare Gewürzpflanze. Mit den gehackten frischen oder getrockneten Blättern werden Geflügel, Wild, Kalbfleisch, Sugo, Gemüse, Salate und Suppen gewürzt. Er passt auch bestens zu allen fetten Gerichten, wie Bratkartoffeln, Eierspeisen und Käsesalaten, da er verdauungsregulierend wirkt.

Besonders schätze ich mein selbst hergestelltes Thymian-Hydrolat, das jetzt im Winter immer wieder zum Einsatz kommt, um den Körper zu unterstützen und die Abwehrkräfte zu stärken. Für mich ist es auch ein Nerventonikum, das mir in der düsteren, dunklen Winterzeit die nötige Antriebskraft schenkt. Darüber hinaus hilft Thymian auch bei seelischer Erschöpfung, und er unterstützt uns in Lebenssituationen, die besonders stark beanspruchen. 

Als Heilpflanze ist Thymian sehr vielseitig einsetzbar, so gibt es kaum ein Einsatzgebiet, wo er nicht helfen könnte. Seine größte Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane. Ein alter Spruch lautet: Der nächste Schnupfen kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt.

Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit im neuen Jahr 2015, Zufriedenheit und viele Erfahrungen mit den Kräutern der Natur.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: weitere interessante Informationen zu Thymian finden Sie auf der Seite von www.thymian.info