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Tausendgüldenkraut, das Allerweltsheil

Kräuterkolumne

Heuer badet das Tausendgüldenkraut genussvoll in Trockenheit, da es dieses Wetter mit viel Sonne und kaum Regen liebt. Die älteren Generationen erzählen mir oft von diesem Wunderkraut, das für jede Krankheit eingesetzt wurde und eine der wichtigsten Heilpflanzen war. Oft wanderte man weit, um genug für den Vorrat gesammelt zu haben. Der Sage nach soll einst ein reicher Mann armen Leuten 1000 Gulden für ein Mittel gegen sein Fieber geboten haben. Sie gaben ihm eine unscheinbar wirkende Pflanze, die ihn von seiner Krankheit heilte und daraufhin den Namen Tausengüldenkraut erhielt.

Die wunderbar zarten, rosa Blüten dieser Heilpflanze blühen nur an Sonnentagen. Am liebsten wächst sie inmitten von Gräsern, die sie als Schutz braucht. Sie liebt karge, trockene Berghänge, Waldlichtungen und halbtrockenen Rasen mit kalkreichem, lehmigem oder moorigem und warmem Boden. Das Tausendgüldenkraut mag absolut keinen Dünger, gehört zur Familie der Enziangewächse und ist wie der Enzian eine Bitterpflanze. Wie heißt es doch so schön: Alles was bitter im Mund, ist im Magen gesund, oder auch: Bitter macht fitter!! Meist fehlen uns aber viel zu viele Bitterstoffe, um unser System in Schwung zu halten. Das Tausendgüldenkraut ist ein ausgesprochenes Heilkraut für den erkrankten Magen. Es wirkt appetitanregend, beruhigend, blutreinigend und entzündungshemmend, fördert die Produktion des Magensafts und stärkt das Immunsystem. Diese Heilpflanze stellt im Magen und Darm die natürliche Ordnung wieder her und wirkt dadurch auch auf die Funktion von Leber und Galle.

Tausendgüldenkraut hat die Fähigkeit, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, sodass es einem einfach nur gut geht, wie ich oft an mir selbst erleben durfte. Es ist die Pflanze, die alles heilt und ausgleicht, nach überstandener Krankheit wieder kräftigt und positiv bei Erschöpfung wirkt. Es hilft, den Selbstwert zu steigern und sich selber so anzunehmen, wie man ist. Früher wurde das Kraut auch für Fieberkrankheiten, Bisse und Verletzungen genützt, daher wird es auch Fieberkraut, Tauschentkraft, Blutfieberblume, Allerweltsheil, Himmelblume oder Muttergotteskraut genannt.

Tausendgüldenkraut blüht von Juni bis September und darf nur im eigenen Garten geerntet werden, weil es unter Naturschutz steht. Vor allem eignet sich die Heilpflanze zur Herstellung vonTees, Tinkturen und Aufgüssen. Gerade beim Tausendgüldenkraut ist es wichtig, die richtige Dosierung für sich selbst zu finden. Am besten ist ein Kaltauszug: Einen halben Teelöffel Tausendgüldenkraut auf einen halben Liter kalten Wasser, über Nacht ziehen lassen - beim Warmauszug nur kurz ziehen lassen, damit er auch angenehm schmeckt. Davon zwei Tassen trinken. Vor dem Essen hat dies eine appetitanregende Wirkung, nach dem Essen heilt es Magen, Darm und regt den Stoffwechsel an.

Überzeugen Sie sich selbst von der Wirkung dieser Heilpflanze, und spüren Sie, wie sie Heilkraft, Stärke und Motivation schenken kann.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ