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Tausendgüldenkraut - Eine wahre wertvolle Heilpflanze

Kräuterkolumne

Unscheinbar und dennoch so wertvoll in der Wirkung, so erlebte ich das Tausendgüldenkraut. Eine Tasse Tee davon getrunken, und schon weiß man, dass die Pflanze ihre 1000 Gulden wert ist. Viele empfinden diesen Tee als sehr bitter und zusammenziehend, ich jedenfalls liebe ihn. Wie heißt es doch so schön: Alles was bitter im Mund, ist im Magen gesund.

Kein Wunder, dass dieses Kraut früher Erdgalle genannt wurde. Es hat die Kraft, unser Verdauungssystem außerordentlich anzuregen, indem es die Tätigkeit der Galle fördert und die Magensaftproduktion vermehrt. Früher wurde es auch für Fieberkrankheiten, Bisse und Verletzungen genützt, daher wird es auch Fieberkraut, Tauschentkraft, Blutfieberblume, Allerweltsheil, Himmelblume oder Muttergotteskraut genannt.

Wunderbare zarte rosa Blüten schenkt uns diese Heilpflanze, die leider sehr selten geworden ist und nur an Sonnentagen blüht. Sie liebt karge, trockene Berghänge, Waldlichtungen, halbtrockene Rasen und wächst auf kalkreichem, lehmigem, moorigem, warmem Boden, inmitten der Gräser, die sie als Schutz braucht. Das Tausendguldenkraut mag absolut keinen Dünger, gehört zur Familie der Enziangewächse und ist wie der Enzian eine Bitterpflanze. Es blüht von Juni bis September und darf nur im eigenen Garten geerntet werden, weil es unter Naturschutz steht.

Es ist die Pflanze, die alles heilt und ausgleicht - wie ein Friedensstifter, der zwei Ebene miteinander verbinden lässt. Das Kraut ist wärmend und hat durch die Schärfe eine austrocknende Wirkung.  Im frischen Zustand macht es Wunden rein und verschließt alte Geschwüre, im trockenen Zustand zerrieben und als Pflaster aufgelegt, festigt es alte Geschwüre. Tausendgüldenkraut ist für mich eine wahre Heilerin unter den Heilpflanzen. Ich kann gar nicht aufzählen, wo es mir überall geholfen hat. Es hat die Fähigkeit, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, sodass es mir einfach nur gut geht. Meist fehlen uns viel zu viele Bitterstoffe, um unser System in Schwung zu halten.

Das Tausendgüldenkraut wirkt appetitanregend, beruhigend, blutreinigend und entzündungshemmend. Es fördert die Produktion des Magensafts und stärkt das Immunsystem. Somit ist es ein ausgesprochenes Heilkraut für den erkrankten Magen und wirkt gärungshemmend. Diese Heilpflanze stellt im Magen und Darm die natürliche Ordnung wieder her und wirkt dadurch auch auf die Funktion von Leber und Galle. Hervorzuheben ist auch die positive Wirkung bei Erschöpfungen.  Es kräftigt wieder, nach überstandenen Krankheit. Es hilft den Selbstwert zu steigern und sich selber so anzunehmen, wie man ist.

Vor allem eignet sich die Heilpflanze zur Herstellung von Tees, Tinkturen und Aufgüssen.  Das Kraut riecht schwach würzig, der Geschmack ist bitter.

Gerade beim Tausendgüldenkraut ist es wichtig, die richtige Dosierung für sich selbst zu finden, ein halber Teelöffel auf einen halben Liter Wasser ist oft vollkommend ausreichend. Am besten ist ein Kaltauszug: Ein halber Teelöffel auf einen halben Liter kaltem Wasser, über Nacht ziehen lassen und diese zwei Tassen immer vor oder nach dem Essen trinken.

Finden Sie selber Ihre wahre Heilpflanze in der Natur, und spüren Sie, was diese Ihnen an Heilkraft, Stärke und Motivation schenken kann. Ich kann Sie einfach immer wieder nur einladen, in der Natur zu sein und die wahren Wunder unserer Mutter Erde dankbar anzunehmen.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen