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Sonnenblume - meine "Gute Laune Blume"

Kräuterkolumne

So viel Gutes vermittelt uns die Sonnenblume, deren strahlendes Gelb allein schon unser Herz erfreut. Nicht nur in den Blüten dieser wunderbaren, vielseitigen Heilpflanze, auch in ihren Kernen steckt viel Heilkraft. So wird dieser Korbblütler auch Sonnenrose, Gottesauge, Sonnenstern oder Goldblume genannt.

Die Sonnenblume wendet sich immer wieder der Sonne entgegen. Sie gehört zu den Sonnenkräutern, die uns Sonnenkraft schenken und unser Herz erfreuen. Tee wie Tinktur aus den Blütenblättern haben die Kraft der Sonne in sich und schenken uns Licht und gute Laune in stressigen oder schweren Zeiten, ähnlich wie das Johanniskraut. Der Tee ist nicht nur leuchtend gelb, sondern schmeckt auch noch dazu sehr gut. Er erleichtert es uns, mit Dingen und Situationen abzuschließen und Neues zu beginnen. Darum nenne ich diese Heilpflanze oft auch „Gute Laune Blume“.

Symbolisch betrachtet stärkt die Sonnenblume das Rückgrat im körperlichen wie im übertragenen Sinn und hilft all jenen, die mehr Durchsetzungsvermögen brauchen. Sie steht für Individualität, persönliche Kraft, Klarheit und starke Ausstrahlung. Einst war sie ein Symbol für Fruchtbarkeit, Gesundheit und Weisheit.

Bei einer Blasenentzündung oder Sommergrippe schwören Naturheilkundige auf einen Tee oder eine Tinktur aus den Blütenblättern. Sie sind auch bei Fieber, Erkältungs- und Lungenkrankheiten sehr hilfreich, da sie die Abwehrkräfte stärken. Außerdem wirken sie auch aphrodisierend und anregend, wenn die Lust zur Liebe fehlt, und stärken die Ausdauer. Frische Sonnenblumenblütenblätter passen auch in einen Sommersalat als farbige vitamin- und mineralstoffreiche Zutat.

Sobald die Blätter zu welken beginnen und sich die Unterseite des Blütenkorbs gelb verfärbt, sind auch die Kerne reif zur Ernte. In der Mitte einer einzigen braunen Röhrenblüte entstehen bis zu 1000 davon. Die köstlichen Sonnenblumenkerne sind eine gesunde Knabberei - roh oder in der Pfanne ohne Fett geröstet. Sie sind auch über dem Salat, im Müsli oder als kernige Zutat im Pesto etwas Besonderes. Knackig frisch und nussig schmackhaft sind gekeimte Sonnenblumenkerne.
Sonnenblumenkerne enthalten notwendige Aminosäuren, essentielle ungesättigte Fettsäuren und viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Magnesium, Kalzium, Eisen, Kupfer oder Phosphor und viele Vitamine. Wer regelmäßig Sonnenblumenkerne knabbert stärkt besonders die Nerven und bekommt obendrein schöneres Haar, eine gesündere Haut und festere Nägel.

Tee aus gerösteten Kernen ist ein altes Hausmittel bei Keuchhusten, Husten und Bronchialkatarrh, das früher oft angewendet wurde. Ein Öl aus Sonnenblumenkernen beugt Blutarmut und Zahnfleischbluten vor. Sonnenblumenöl wird gerne in der Küche verwendet, kann aber auch zur Entgiftung genutzt werden. Kinder, die gerade ihre zweiten Zähne bekommen, sollten häufig Sonnenblumenöl zu essen bekommen, das bringt gesunde Zähne und starke Knochen. Ein Öl, angesetzt aus den Blüten und Sonnenblumenkernöl, ist eine Wohltat für schmerzende Gelenke, sowie für Muskelkater, Prellungen, Nacken- und Nervenschmerzen.

Nutzen Sie das leuchtende Gelb und die Wirkkraft der Heilpflanze und genießen Sie den Sommer.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ