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Ringelblume - ein Seelenschmeichler

Kräuterkolumne

Die leicht harzig riechende Ringelblume ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Sie gehört zu den Sonnenpflanzen und kann auf eine lange Tradition als Heil- und Zierpflanze zurückblicken.

Seit vielen Jahrhunderten darf das bis zu 50 cm hoch wachsende üppige Heilkraut in keinem Garten fehlen. Man kann daraus eine wirksame Wundsalbe für Mensch und Tier zubereiten sowie eine Tinktur oder einen Tee, der nicht nur ein Seelenschmeichler ist. Der Name Ringelblume bezieht sich auf die Form ihrer Samen, wahre Wunderwerke der Mutter Erde. Weil sie sich mit ihren Blüten der Sonne zuwendet, ist sie auch als Sonnenbraut bekannt, weitere Namen sind Butterblume, Gartendotterblume, oder auch Wucherblume. Traditionell wird die Ringelblume in den Hochzeitsstrauß eingebunden mit dem symbolischen Wunsch: Die Liebe soll nie enden, sondern immer neue Blüten treiben. Sinnbildlich steht sie für die nie verwelkende Liebe, so wie ihre Blüten jeden Tag neu erblühen. Darum wird sie übrigens auch noch Nie-welk-blume genannt.

Sie ist eine Seelenpflanze, die die Sonne in unseren Herzen aufgehen lässt. Nicht nur als Hautpflanze ist die Ringelblume so wertvoll, sondern auch für innere Verletzungen, sie tut einfach gut und vertreibt so manche schlechte Laune. Schon das Strahlen der Blüten gibt uns neuen Mut und stärkt die Sinne. Die Ringelblume blüht üppig und zwar umso mehr je häufiger man sie erntet. Kaum sind die seltsam geringelten Samen in der Erde, erscheint schon das erste Blättchen.

Ich höre oft von unseren Gästen, welche Wunder die einfache Blume in sich trägt. Sie hilft bei Hautverletzungen, Schnittwunden, offenen Wunden, Ekzemen und tut den Venen einfach gut. Im Urlaub habe ich sie für Gelsenstiche verwendet, weil ich nichts anderes bei mir hatte. Ich war regelrecht erstaunt, als am nächsten Tag alles "wie weg" war. Ich kann diese vielseitig einsetzbare Heilpflanze auch als wirksamen Tee empfehlen. Besonders bei Magenschmerzen, Darmproblemen, Menstruationsbeschwerden, Gallenproblemen und unterstütztend für das Lymphsystem. Die Ringelblume regt den natürlichen Entgiftungsprozess des Körpers an und hat eine sehr beruhigende und krampflösende Wirkung. Die Blüten können in vielen Teemischungen beigemengt werden, was nebenbei noch wunderschön aussieht.

Hauptsächlich werden die Blüten in Salben, Cremen und Tinkturen verarbeitet und äußerlich bei rissiger Haut, Entzündungen und allen schlecht heilenden Wunden verwendet. Neben der schmerzstillenden Wirkung verfügt die Ringelblume auch über eine desinfizierende und wundheilungsfördernde Kraft. Die Tinktur kann ich dank ihrer reinigenden und desinfizierenden Wirkung bei Fußpilz sehr empfehlen.

Von Juni bis spät in den Herbst hinein leuchten die Ringelblumen in meinem Kräutergarten und erinnern mich mit ihren gelb- bis orangefarbenen Strahlen an viele kleine Sonnen. Im übertragenen Sinn kann man sagen, dass Ringelblumen die Sonne in unser Gemüt zaubern. Das löst Verkrampfungen in den Gedanken und Gefühlen, man wird lockerer und die Lebensenergie kann wieder frei fließen.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen