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Oregano

Kräuterkolumne

Vor allem im Winter sind für mich die wärmenden und das Immunsystem stärkenden Wirkkräfte der Gewürze unentbehrlich. Leider stehen uns in dieser Jahreszeit nur wenige Pflanzen und Nahrungsmittel mit wertvollen Inhaltsstoffen zur Verfügung. 

Oregano gehört zu den kraftvollsten Kräutern und enthält den wirkungsvollsten natürlichen Anteil an Antibiotika, der jemals untersucht wurde. Die aromatische und sehr heilkräftige Pflanze stammt aus der Bergwelt der Mittelmeerländer, wo die Sonne im Überfluss scheint. In Italien, Frankreich und Spanien ist Oregano so etwas wie das Hausgewürz, die selbstverständliche Zutat für mediterrane Köstlichkeiten wie Pizza, Spagetti, Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte, aber auch für Salate und Rohkostplatten. Auch in unseren Küchen ist der Oregano ein unverzichtbares Gewürz, das gerne für Dressings, Marinaden und Soßen verwendet wird. Das würzige Aroma des Oregano entfaltet sich perfekt in Kombination mit Thymian, Basilikum und Rosmarin. Mit diesen Kräutern können köstliche Gerichte gezaubert werden. Zugleich schenkt uns diese Pflanze eine wunderbare Heilwirkung.
So wie Bohnenkraut, Thymian und Majoran gehört Oregano zur Familie der Lippenblütler. Es gibt mehrere Arten, die sich unter anderem im Geschmack und Duft unterscheiden, aber allesamt sehr aromatisch sind. Oregano wird bei uns auch gerne wilder Majoran, Dost, Bergminze oder Berghopfen genannt, wobei Oregano und Majoran aufgrund ihres ähnlichen Aussehens und Geschmacks häufig verwechselt werden. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede. 

Oregano gehört zu den Kräutern, die auch in unseren Gärten gerne angebaut werden. Der wilde Dost hingegen wächst eher am Acker, am Wegesrand oder am Waldrand und ist immer wieder auf kalkhaltigem trockenem Boden zu finden. 

Schon im Altertum war Oregano eine bekannte Heilpflanze. Hippokrates empfahl ihn bei Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, Erkältungen und  Verdauungsbeschwerden. Auch Hildegard von Bingen erwähnte den Oregano und verwies auf seine heilende Wirkung bei Schuppenflechten, Hautreizungen und Pilzerkrankungen. Außerdem wirkt er beruhigend, entspannend sowie stimmungsaufhellend und kann außer als Gewürz auch als Tee, Tinktur, Essig, Gewürzöl oder im Wein verwendet werden.
Oregano vermittelt uns die Wärme, das Feurige, er gibt Kraft, Ausdauer und Vielfältigkeit. Jede einzelne Blüte, jedes einzelne Blatt ist ein Wunder der Natur und verströmt Schönheit, Zartheit und Lebendigkeit. Schon beim Anblick des Oregano spürt man richtig, was für ein hervorragendes Heilmittel er in unseren Speisen sein kann.

Ich empfehle Ihnen, im Winter die wärmenden Eigenschaften des Oregano zu nützen und auch andere Gewürze und Kräuter zu verwenden. Nur wer die Wunder der Natur schätzt, nimmt diese auch wirklich wahr.

Kräuterpädagogin Monika Kronsteiner

1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen