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Mutterkraut - die "Mutter des Aspirins"

Kräuterkolumne

In den Ziergärten und Schaugärten blüht jetzt das wunderbare Mutterkraut. Oft ist uns aber gar nicht bewusst, welch wunderbare Heilpflanze unseren Garten schmückt. Schon alleine der Name sagt viel über dieses Kraut aus, das auch als "Mutter des Aspirins" bezeichnet wird.

Der botanische Name des Mutterkrauts Tanacetum parthenium leitet sich vom Griechischen „parthenos“, die Jungfrau, ab. Jungfernkraut wird es in so manchen Gegenden genannt, aber auch Mutterkamille, Frauenminze, falsche Kamille oder Fieberkraut, womit es uns als entzündungshemmend und fiebersenkend empfohlen wird. Ich setzte es vor allem bei Kopfschmerzen und vorbeugend bei Migräne ein, was oft sehr hilfreich ist.

Das Heilkraut sieht der Kamille, die im Volksmund auch Mutterkraut genannt wird, sehr ähnlich. Beide gehören zur Familie der Korbblütler. Das eigentliche Mutterkraut ist eine 30 - 80 cm hohe Staude, die stark aromatisch riecht und sehr bitter schmeckt. Die gelbgrünen Blätter sind wechselständig angeordnet und in ovale Blättchen geteilt. Als sehr genügsame Pflanze bevorzugt sie einen sonnigen, nährstoffreichen Standort.

Die Heilpflanze genießt ein hohes Ansehen in der Frauenheilkunde und kann bei allen Frauenleiden verwendet werden, besonders gute Erfolge verzeichnete ihr Einsatz bei Geburtserleichterung und Gebärmutterkrämpfen. Seither galten die unterschiedlichsten Zubereitungen der Pflanze als Medizin der Frauen. Darüber hinaus wird das Mutterkraut auch gerne bei Fieberschüben oder Entzündungen eingesetzt. Es wirkt krampflösend, entspannend, nervenberuhigend, menstruationsfördernd, geburtsfördernd und regt ganz allgemein die Verdauung an.

Wegen der gebärmutteranregenden Wirkung, darf es während der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Auch Hildegard von Bingen kannte diese Heilpflanze und empfahl sie, als Suppe zubereitet, bei Bauchschmerzen. „Koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl und gebe feinstes Mehl dazu.“ Durch Erfahrungen wusste die Heilkundige, dass die Pflanze mit Fett oder Alkohol extrahiert werden muss, um die Wirkung der Inhaltsstoffe zu erhalten. Der Körper kann dadurch dieses Heilmittel besser aufnehmen.

Das Mutterkraut ist reich an ätherischen Ölen mit ausgesprochen desinfizierender, entzündungshemmender Wirkung. Flavonoide, Gerb – und Bitterstoffe sind wichtige Inhaltsstoffe dieser Pflanze. Beim Menschen wird etwa das Serotonin, ein körpereigener Informationsstoff, der auch eine wichtige Rolle in der Tonisierung der Blutgefäße spielt, reduziert, was bei Migräne sehr unterstützend wirken kann.

Verwenden Sie das Mutterkraut als Tee oder Tinktur. Zur Förderung der Verdauung essen Sie die frischen Blätter. Ganz deutlich sind dabei die Bitterstoffe der Pflanze zu spüren, die uns oftmals in der Ernährung fehlen.

Mein Tipp bei immer wiederkehrender Migräne oder Kopfschmerzen:
Kultivieren Sie Mutterkraut in Ihrem Garten oder auf dem Fensterbrett. Essen Sie vier Wochen lang jeden Tag ein Blatt von diesem Kraut auf einem Stück Butterbrot. Die Butter hilft, die fettlöslichen Inhaltsstoffe zu resorbieren. Nach diesen vier Wochen machen Sie eine Pause von vier Wochen und wiederholen diesen Rhythmus anschließend noch zwei Mal. Sie werden feststellen, dass die Migräne entweder verschwindet oder schwächer wird.

Lassen Sie sich im Sommer von der wunderbaren Natur verführen und halten Sie Ausschau nach wertvollen Heilpflanzen in Ihrer Umgebung. Eine jede Pflanze übermittelt uns viele Informationen, die wir beachten dürfen. Oft unterstützen Sie gerade die Kräuter am meisten, die in Ihrer nächsten Umgebung zu finden sind.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen