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Mariendistel, die "Lady Milk"

Kräuterkolumne

Heuer wuchert die Mariendistel besonders auffällig. Diese stattliche Heilpflanze wird bis zu 150 cm hoch und hat einen aufrechten Stängel. Die grün-weiß marmorierten länglichen und stängelumfassenden Blätter sind an den Rändern mit gelben Stacheln versehen, die Blüten sind kugelige, purpurrote Köpfe.

Die Blütezeit dieser wunderschönen Distel reicht von Juni bis September. Ihre glatten, länglichen Früchte sind dunkelbraun. Geerntet werden die jungen Blätter im Frühjahr und die Samen von Juni bis September. Wer die Mariendistel an geeigneter Stelle aussät, hat die Pflanze in der Gegend angesiedelt. Sie liebt es trocken und warm.

Die Mariendistel verdankt ihren Namen einer Legende. Auf der Flucht nach Ägypten suchte Maria einen ungestörten Platz, um ihr Kind zu stillen. Die Mariendistel bemerkte dies und bildete mit ihren Blättern ein schmeichelndes Dach über Mutter und Kind. Weil etwas Milch auf ihre Blätter tropfte, fühlte sich die unbeachtete Distel geehrt und wollte die Zeichen der heiligen Muttermilch auf ewig bewahren. So ist das Kraut der Mariendistel seither an den weiß-grün marmorierten, gefleckten und gestreiften Blättern zu erkennen. Die Pflanze wurde Maria gewidmet, daher Mariendistel oder Lady Milk. Sie trägt noch viele weitere Namen wie Fiberdistel, Stichsalat, Gottesgnadenkraut, Silberdistel, Magendistel, oder auch wilde Artischocke.

Mariendistel wurde früher schon bei Vergiftungen eingesetzt. Inzwischen gehört sie zu den am besten wissenschaftlich untersuchten Heilpflanzen und wird bei Lebererkrankungen eingesetzt. Ihre Bitterstoffe und Flavonide helfen auf natürliche Weise, den Aufbau neuer Leberzellen zu beschleunigen. Auch der Stoffwechsel wird durch die Mariendistel angeregt und unterstützt so die Entgiftung.

Die Mariendistel schmeckt bitter. Ihre Geschmacksstoffe regen die Leber und Gallentätigkeit an und fördern damit die Ausscheidung und Verdauung. Verwenden Sie Mariendistel auch vorbeugend zur Unterstützung der Leber. In den Apotheken gibt es dafür tolle Produkte.

Die Samen kann ich zum Knabbern zwischendurch als Keimlinge empfehlen, da sie dann weicher sind.

Teezubereitung:
1 Teelöffel zerstoßene Samen oder klein geschnittene Blätter mit heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Der Tee kann mit Löwenzahn, Wegwarte und Pfefferminze gemischt werden. Am besten über eine Kurdauer von drei Wochen täglich drei Tassen trinken, also nach jeder Mahlzeit.

Lassen Sie sich von den wunderbaren Heilpflanzen verzaubern und gönnen Sie sich ein Stück Natur in Ihrem Herzen.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen