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Kastanie

Kräuterkolumne

Ihr Laub ist nicht nur ein guter Schattenspender in vielen Gastgärten und Parks, auch die Früchte und Blüten der Kastanie sind vielseitig verwendbar. Schon unsere Vorfahren wussten über die enorme Heilkraft dieses Baumes, dessen bloßer Anblick uns Kraft und Energie schenkt. Es schadet auch nicht, sich ein paar Früchte in die Tasche zu stecken. Heißt es doch, dass sie uns mit Kraft, Geborgenheit und Stärke unterstützen.

Kinder lieben diese Früchte als tolles Spielzeug und Bastelmaterial, das sich außerdem gut anfühlt. Kreativität ist angesagt, sodass vieles daraus entstehen kann.

Unter den vielen verschiedenen Arten der Kastanie sind die Rosskastanie und die Edelkastanien am bekanntesten. Die Rosskastanie wird auch Wilde Kastanie, Gichtbaum, Saukesten oder Pferdekastanie genannt. Früher hieß die Rosskastanie auch Futterpflanze, da sie den Pferden bzw. den Tieren zum Füttern gegeben wurde. Hingegen schmeckt die nahrhafte Esskastanie auch uns Menschen gut.

Rosskastanie wird als Heilsalbe für die Venen, geschwollenen Füße und für Hämorrhoiden verwendet, aber auch als Tee, Tinktur oder Ölauszug.

Ihre beeindruckenden, prächtigen Blüten, die wie dicke Kerzen aufrecht stehen, blühen im Mai. Schon alleine ihr Duft tut nur gut. Aus den Blüten kann eine Tinktur oder ein Ölauszug zubereitet werden, der bei rheumatischen Schmerzen sehr hilfreich sein kann. Auch ein Tee schmeckt und wirkt gut bei Husten.

Im September und Oktober können die rotbraunen Früchte der Kastanie gesammelt werden. Diese kann ich für innerlich oder äußerlich angewendete Tinkturen sehr empfehlen, die für die Stärkung der Blutgefäße optimal sind.

Kastanie hilft vor allem bei Venenerkrankungen, wie Krampfadern, sie stärkt die Arterien und befreit diese von Ablagerungen. Außerdem regt sie die feinen Gefäße an, was geschwollene Knöchel abschwellen lässt. Sie wirkt durchblutungsfördernd und regt den Stoffwechsel an. Es ist kein Wunder, dass im Handel jede Menge Rosskastanienextrakte und Venensalben angeboten werden.

Momentan fasziniert mich an dieser Frucht am meisten mein daraus hergestelltes Waschgel. Genauso wie Efeu enthält die Rosskastanie viele Saponine, die in Wasser gelöst eine seifenartige Eigenschaft aufweisen. Das Waschgel lässt sich aus einer ganz gewöhnlichen Kastanie herstellen und ist somit völlig natürlich und biologisch (ca. 8 Stück für ein Spülvorgang). Die sauberen und trockenen Kastanien vierteln oder in Scheiben schneiden, ¼ l Wasser ins Glas dazu geben und 8 Stunden stehen lassen. Die schnellere Variante lautet: Kochen und ¼ Stunde ziehen lassen. Wenn das Glas leicht geschüttelt wird, entsteht die typische seifenartige Schaumbildung. Bei normal verschmutzter Wäsche ist diese Dosis ausreichend, bei stark verschmutzter Wäsche empfehle ich, noch zusätzlich Waschsoda zu verwenden und mit Gallseife oder Kernseife vorzureinigen. Bei Weißwäsche empfiehlt es sich, die Kastanie zu schälen, um keine Verfärbung zu bekommen. Ich habe mir ein getrocknetes Kastanienpulver vorbereitet, womit ich jederzeit mein Waschmittel zubereiten kann. Auch im Badewasser fühlt es sich übrigens gut an, es unterstützt die Durchblutung und kann zur Entwässerung des Gewebes beitragen.

Ich lade Sie ein, die Natur mit offenen Augen wahrzunehmen und zu entdecken, welch Kostbarkeiten sie immer wieder für uns bereithält.  

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen