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Kapuzinerkresse - köstlicher Penicillinersatz

Kräuterkolumne

Von weitem leuchten jetzt die gelben, orangen und roten Blüten der Kapuzinerkresse aus den Gärten. Ein jeder sollte diese Heilpflanze kennen, die viel mehr ist als eine schöne Blume mit gutem Geschmack! Wenn kein Garten zur Verfügung steht, dann pflanzen Sie diese Kresse einfach in einen Blumentopf, denn sie ist das Antibiotikum der Natur.

Jetzt kommt die Zeit, wo wir besonders unser Immunsystem stärken sollten. Es ist somit kein Zufall, dass uns nun Pflanzen wie die Kapuzinerkresse, aber auch Heckenfrüchte, Brennnesselsamen, Kren usw. zur Verfügung stehen. Die Kapuzinerkresse enthält viel Vitamin C und kann daher die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen. Die Senföle der Pflanze machen sie einzigartig, aber auch Senfölglykoside, Schwefel und das ätherisches Öl sind in den Blüten und auch in den Blättern enthalten. Die Kapuzinerkresse wirkt desinfizierend und keimtötend. Je nach Beschwerden kann sie genauso wirksam sein wie ein Antibiotikum. In Kombination mit Meerrettich ist die Kapuzinerkresse fast allen Infekten gewachsen. Sie ist ein Penicillinersatz und hilft schnell bei Infekten der Atemwege, Schnupfen und Verkühlung. Vor allem aber sollte die Kapuzinerkresse bei entzündlichen Erkrankungen der Niere und der Harnwege eingesetzt werden.

Die sonnenliebende Pflanze schmeckt pikant und scharf und ist ideal für Salate, die durch die strahlenden Blüten verschönert werden. Darum heißt die Kapuzinerkresse auch Salatblume oder Fensterguckerl. Die ganze Pflanze ist wertvoll. Verwenden Sie auch die Blätter, die klein geschnitten zum Würzen verarbeitet, im Salat oder einfach so gegessen werden können. Die Früchte schmecken in Essig oder Salz eingelegt köstlich und können wie Kapern genossen werden. Der Senf ist schnell zubereitet. Dafür wird die ganze Pflanze verarbeitet. Der feurig orangerote Kapuzinerkressenessig duftet aromatisch, schmeckt herrlich würzig und hat auch allerlei Kräfte in sich. Auch Kräuterbutter, Pesto oder Kräuteraufstriche mit Kapuzinerkresse und anderen Wildkräutern kann ich empfehlen. Aus einer sehr üppigen Pflanze kann eine Tinktur zubereitet werden, so ist sie immer gleich zur Stelle.

Die Erntezeit der Blüten, Blätter, Knospen und Kapern der Kapuzinerkresse erstreckt sich über den ganzen Sommer und oft bis spät in den Herbst hinein. Beim Trocknen verliert sie allerdings ihre Heil und Würzkraft.

Tipp: Kapuzinerkressen Senf: 100g Früchte und Blüten der Kapuzinerkresse fein hacken, 1 Wacholderbeere mörsern, 140 ml milder Apfel- oder Weinessig. Essig, Kapuzinerkresse und Wacholder auf 60°C erhitzen, nicht kochen. Auskühlen lassen und 12 Stunden ziehen lassen. Anschließend 60 g Senfmehl (gelb oder weiß), 15 g Honig, 5 g Salz dazugeben und 10 Minuten gleichmäßig verrühren. Je nach Schärfe mit Honig, Kräutern oder sehr fein geriebenem Apfel abschmecken. Reifezeit mindestens 4 Wochen!! Haltbarkeit 5 Monate.

Genießen Sie die Köstlichkeiten der Natur, und verwöhnen Sie sich jetzt täglich mit ein paar frischen Blüten der Kapuzinerkresse, es tut Ihrer Gesundheit bestimmt gut.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen