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Johanniskraut

Kräuterkolumne

Johanniskraut gibt unseren Körpern Sonnenkräfte. 

In den Tagen um die Sommersonnenwende steht uns besonders viel Sonnenenergie zur Verfügung. Daher sollte in dieser Zeit viel geerntet werden, vor allem die Pflanzen, die jetzt blühen wie Ringelblume, Beifuß, Königskerze oder Kamille, um nur einige Sonnenkräuter zu nennen.

Kein Kraut ist jedoch dem Licht so nahe, wie das Johanniskraut. Die Königin aller Sonnenkräuter ist regelrecht durchdrungen von der warmen, lichten Kraft der Sonne. Johanniskraut beinhaltet die ganze Sommerkraft, die das Dunkle überwindet. Die Menschen haben schon früh in dieser  Pflanze ein heilsames, erhellendes Wesen erkannt, das alles Böse und Dunkle vertreiben kann.

Die goldgelben, fünfstrahligen Blüten des Johanniskrauts leuchten wie kleine Sonnenräder, und die vielen Staubblätter erstrahlen wie Funken. Gegen die Sonne gehalten sehen die Blätter aus, als wären sie mit Nadeln durchstochen. Das sind transparente Öldrüsen, und auch die Blüten haben am Rand dunkle Punkte. Dieses rubinrote Öl beinhaltet die eingefangene Kraft der Sonne. Wenn wir Johanniskrautblüten zwischen den Fingern zerreiben, so tritt aus ihnen ein roter Saft aus, der an das Blut Jesu Christi erinnert. Da am 24. Juni Johannes der Täufer gefeiert wird, und die Pflanze in dieser Zeit besonders zu leuchten beginnt, erhielt sie den Namen Johanniskraut.

Das Johanniskraut gibt uns Sonnen- und somit Lebenskraft, die in den Blüten und Blättern gespeichert ist. Der rote Farbstoff - das Hypericin - der unseren Zellstoffwechsel anregt, schenkt uns neue Energie. So wurde das Johanniskraut heuer auch zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Es erhellt unser Gemüt und hilft bei Depressionen, schneller wieder raus zu kommen. Egal wie es eingesetzt wird, als Tee, Tinktur oder Ölauszug, seine Zauberkraft wird immer Erleichterung bringen.

Das Johanniskraut ist am Johannistag gesammelt am Heilkräftigsten. Es gibt viele verschiedene Arten, das Echte Johanniskraut wird für Heilzwecke gesammelt. Der Stängel ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Beim Ertasten kann man am Stängel des 80 – 100 cm hohen Echten Johanniskrauts zwei feine Längskanten spüren, andere Arten haben vier Kanten oder einen rundlichen Stängel. Die 80 – 100 cm hohe Heilpflanze wird auch Gotteswunderkraut, Johannisblut, Tausendlöcherkraut, Tüpfelhartheu oder Herrgottsträne genannt.

Johanniskraut war schon eine Lieblingspflanze des Paracelsus und wird seit eh und je als Mittel gegen Depressionen verwendet. Es vertreibt die Melancholie, wird als Nerven- und Wundheilmittel sowie bei Erschöpfungen eingesetzt. Außerdem hat es eine allgemein kräftigende, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung. Allerdings macht uns das Johanniskraut auch lichtempfindlicher. So sollte man während der Verwendungszeit die direkte Sonne eher meiden.

Die bekannteste Zubereitung ist das rubinfarbene Johanniskrautöl. Hierfür sammelt man die Blüten, füllt damit ein helles Schraubglas und gießt mit einem guten Öl, wie Olivenöl, Mandelöl oder Sonnenblumenöl auf. 4-6 Wochen an einem hellen Ort stehen lassen, täglich schütteln (es soll eine leuchtende rote Farbe haben), abseihen, in dunkle Flaschen füllen und kühl aufbewahren. Für Tee verwendet man auch die Blätter und den Stängel, da auch hier wichtige Inhaltsstoffe enthalten sind. Was ich noch empfehlen kann, ist die Johanniskraut Tinktur, das Arnika der Nerven. Blüten in Kornschnaps ansetzen und 14 Tage lang ziehen lassen. Bei Bedarf 8-10 Tropfen einnehmen.

Das Johanniskraut hat mich immer wieder begleitet und gab mir den Mut und die Kraft, all das Gute und das Licht in mir und in meinem Leben zu sehen. Ich wünsche Ihnen, dass auch Ihr Herz von Licht erhellt wird. Das Johanniskraut kann auf jeden Fall einen wesentlichen Beitrag leisten. Nützen Sie die Kraft der Mutter Erde, sie ist jeden Tag aufs Neue ein Geschenk Gottes, das wir annehmen und sehen dürfen. 

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen