Zurück zur Übersicht

Hustenkräuter - Maiwipferlsaft

Kräuterkolumne

Unsere Wiesen und Wälder blühen in voller Pracht. Viele wertvolle Pflanzen sind wieder von Weitem zu erkennen, unter anderem die Hustenkräuter Spitzwegerich, Wiesensalbei, Huflattich, Lungenkraut, Thymian, teilweise auch noch die Schlüsselblume sowie die Tannen- und Fichtenwipfel. Später kommen noch die Königskerze und die Malve sowie der Eibisch hinzu. Alle diese Pflanzen haben eine besondere Wirkung. Am heilkräftigsten sind aber immer jene, die um unser Haus wachsen. Es lohnt sich, diese zu ernten und daraus einen Sirup herzustellen.

Die jungen Triebe unser Nadelbäume, die mit ihrem zarten Hellgrün unsere Wälder zum Leuchten bringen, können jetzt geerntet werden. Viele kennen den Maiwipferlsaft, den Oma in der Hausapotheke bereithielt, wenn der Husten kam. Ein uraltes und einfaches Rezept, das immer noch sehr beliebt ist. Aus den jungen Trieben der Tannen und Fichten entsteht ein wunderbares Heilmittel gegen Erkältungen und Husten, dessen enorme Kraft und Wirkung mich immer wieder aufs Neue beeindrucken.

Für dieses Naturprodukt werden nur wenige Zutaten benötigt. Wenn Sie die frischen hellgrünen Tannen- oder Fichtenwipfel sammeln, nehmen Sie bitte nur die seitlichen Triebe und nie die Spitzen, da der Baum dadurch geschädigt wird und sich sehr verzweigt. Gehen Sie verantwortungsvoll mit den Bäumen und Ästen um, und nehmen Sie möglichst nur zwei oder drei Wipfel pro Ast. Geben Sie zu den Wipfeln zu gleichen Teilen Zucker oder Honig. Ich verwende Rohrzucker oder Kandiszucker, da diese wertvolle Mineralstoffe mitliefern. Auch ein Glas Maiwipferlsaft mit reinem Honig darf in meiner Hausapotheke nicht fehlen. Füllen Sie dafür in ein Einmachglas abwechselnd immer eine Schicht Wipfel und eine Schicht Zucker oder Honig ein, bis es voll ist. Die oberste Schicht muss mit Zucker bzw. Honig abschließen und alle Schichten müssen gut angepresst werden. Das verschlossene Glas wird für rund vier Wochen an einen warmen Ort gestellt, bis der Zucker vollständig zu Saft geworden ist. Während dieser Zeit wird das Glas öfters geschüttelt. Die Wipfel werden braun und sondern dadurch den Sirup ab, der schließlich in kleine Flaschen abgefüllt und kühl gestellt werden muss.

Der Maiwipferlsirup ist sehr wertvoll bei hartnäckigem Husten, Bronchitis, Verschleimungen und Asthma. Er ist auch ein wunderbares Süßungsmittel für den Tee. Besonders in der kalten Jahreszeit ist dies eine gute Möglichkeit, Erkältungen vorbeugend entgegen zu wirken.

Maiwipferl können auch getrocknet, und so als Tee bei Husten, Heiserkeit und Erkältungen sowie zur Blutreinigung eingenommen werden.

In den jungen, zarten Trieben sind wertvolle ätherische Öle enthalten. Die Harze sind reich an Vitamin C und besitzen balsamische, auswurffördernde sowie leicht entzündungshemmende Eigenschaften.

Seien Sie kreativ und probieren Sie einfach aus, was für Sie am besten ist. Es müssen auch nicht immer nur Tannen- oder Fichtenwipfel sein. Durch die Beifügung von Spitzwegerich, Wiesensalbei und Thymian entstehen geschmacksvolle Hausmittel für Husten und Heiserkeit mit einer wohltuenden Wirkung auf die Schleimhäute. Fichtenwipfel mit Spitzwegerich erweicht und reinigt die Brust und fördert das Auswerfen des Schleims.  Auch ein Blütenhustensaft aus Löwenzahn, Gänseblümchen, Wiesensalbei, Huflattich, Lungenkraut und Spitzwegerich schmeckt hervorragend.

Generell sollten wir die wunderbaren Hustenpflanzen wie Spitzwegerich, Tannen- bzw. Fichtenwipfel, Thymian, Löwenzahn, Huflattich, Schlüsselblume, Salbei und viele mehr, zu schätzen lernen und verwenden.
Ich kann Ihnen auf jeden Fall den wohltuenden Maiwipferlsaft sowie die Hustenkräuter empfehlen, sodass eine starke Erkältung gar nicht erst aufkommt.

Probieren Sie diese wertvollen Schätze der Natur selbst aus! Gerade jetzt im Frühjahr schenkt uns die Apotheke Gottes eine große Vielfalt an Heilpflanzen für den Husten. 

Monika Kronsteiner,
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen