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Holunder

Kräuterkolumne

Ich liebe den Duft des Holunders, der jetzt schon von Weitem zu riechen ist. Er steht in voller Blüte und vermittelt uns so ein Strahlen und zugleich eine Verbundenheit mit sich selbst. Er ist ein Wunderwerk der Natur, ein Geschenk von Mutter Erde. Seine weißen Dolden bestehen aus zahlreichen einzelnen kleinen Blüten, die wunderbar süßlich duften. Aus jeder einzelnen dieser Blüten erwächst bis zum Herbst eine glänzend schwarze Beere. 

Es heißt in den Kräuterbüchern: "Wenn du am Holunderbusch vorbeigehst, sollst du den Hut ziehen", so eine weise, alte Heilpflanze ist er. Die ehrwürdige Pflanze ist ein Muss für jede Hausapotheke und gilt bei mir bis auf den heutigen Tag als Allheilmittel. Auch die Pflanze muss mit Respekt behandelt werden, wehe dem der sie verletzt und ihr Schaden zufügt. Man glaubte, dass im Hollerbuschen die guten Hausgeister wohnen und das Haus und seine Bewohner vor Schaden bewahren. Darum pflanzte man ihn gerne in die Nähe des Hauses, wenn er sich nicht selber ansiedelte. Das Umschneiden eines Hollers bedeutete somit Unglück.

Die Pflanze ist so anspruchslos, dass man sie nahezu überall antreffen kann. Fast alle Teile können zu Heilzwecken verwendet werden. Auch die Anwendung des Holunders ist sehr vielfältig. Man kann die Blüten im Juni sammeln, die Beeren im August und September.
Die Blüten haben eine stark schweißtreibende Wirkung. Ein heißer Blütentee empfiehlt sich daher bei allen Erkältungskrankheiten wie Grippe, Schnupfen, Bronchitis. Der Fliedertee, wie der Holunderblütentee auch genannt wird, regt außerdem den Stoffwechsel an und ist ein beruhigendes, schmerzlinderndes Mittel gegen Kopfschmerzen. Die Blüten verleihen dem Tee einen angenehmen Geschmack. Daher kann man ruhig, auch wenn man nicht krank ist, einen Holundertee trinken. Ich liebe diesen Tee, er trägt enorm viel Sonnenkraft in sich und tut den Nerven und der Seele besonders gut. Im kalten Wasser angesetzt schmeckt Holunder an heißen Tagen sehr erfrischend.

Außer als Tee werden die Holunderblüten auch für Sirup, Hollerküchle oder als Hydrolate verwendet.

Die Beeren sind wertvolle Vitaminspender und somit ein gutes Heilmittel für die Abwehrkräfte des Körpers. Sie können zu Saft, Mus, Wein und Marmelade verarbeitet werden. Frisch gegessen verursachen die Beeren oft einen Brechreiz und Übelkeit, daher immer kochen. Auch die Rinde und die Wurzel des Hollers wirken stark harntreibend und abführend.

Ich bereite aus Holunderblüten, die ein Heilmittel für die Haut sind, auch gerne Heilsalben zu.

Holunderblütensalbe: Holunderblüten mit Öl bedecken, 20 min mit wenig Temperatur im Wasserbad aussieden lassen, abseihen, auf 100 g Ölauszug je 10g Kakaobutter und 10g Bienenwachs verschmelzen lassen, in Salbentiegel abfüllen und auskühlen lassen. 

Genießen Sie diese wunderbare Heilpflanze, die uns so üppig zur Verfügung steht, wie die Natur, die uns immer wieder aufs Neue zum Staunen bringt. 

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen