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Die Schafgarbe

Kräuterkolumne

Die Schafgarbe ist so reich beschenkt von der Natur, so wertvoll für uns Menschen, dass auch sie zu meinen Lieblingspflanzen zählt. Garbe bedeutet die Heilende, die Vieles ausgleicht. Sie steht für die ruhende Mitte und Anpassungsfähigkeit.

Die Blüte der Schafgarbe erinnert an eine Dolde, aber beim näheren Betrachten erkennt man den Korb voller Einzelblüten, ist sie doch ein Korbblütler. Ich nenne sie auch die Pflanze mit den 100 Antennen, die alles richten kann. Hirten gaben das Kraut kranken Schafen, die daraufhin wieder geheilt wurden. Von daher stammt der Name Schafgarbe.

Schon Pfarrer Kneipp schreibt in seinen Büchern, wüssten die Menschen wie gesund Schafgarbe ist, ersparen wir uns viel Leid, und das stimmt.

Sanft, zart geschwungen, filigran, tausendblättrig – so sieht ein junges Blatt der Schafgarbe aus. Verständlich, dass sie früher den Namen der Göttin der Liebe und Schönheit getragen hat. „Augenbraue der Venus“, unter diesem Namen findet man die Schafgarbe in Handschriften des früheren Mittelalters. Sie galt als Pflanze der Krieger und Soldaten und wurde deshalb auch Soldatenkraut genannt, weil sie blutende, offene Wunden heilte. Eine Legende erzählt, dass der heilige Josef, der auch Zimmermann war, sich bei der Arbeit verletzt und die Wunde mit Schafgarbe geheilt haben soll. Deshalb heißt sie auch Zimmermannskraut.

Um diese Heilpflanze gibt es eine große Anzahl mystischer und symbolischer Bräuche. Die Schafgarbe gehört zu den ältesten Heilpflanzen. Um sie gibt es eine große Anzahl mystischer und symbolischer Bräuche. Ihre besonderen Heilkräfte sind für jeden Menschen, aber auch für Tiere wertvoll. Wenn die Blüten der Schafgarbe rosa schimmern besitzt sie die meiste Heilkraft, denn dann hat sie die volle Kraft des Sommers und der Sonne eingefangen. Als Tee rettet sie etwas von dieser Qualität in den Winter.

Die Schafgarbe wird nicht umsonst auch „Heil aller Welt“ genannt. Sie hat eine ausgleichende Wirkung und kann deshalb bei so vielen verschiedenen Krankheiten verwendet werden. Sehr zu empfehlen ist Schafgarbe für Frauen, aber auch für junge und alte Menschen. Sie unterstützt Gesundheit wie Schönheit, ist für die Hausapotheke wichtig, besonders aber auch für den kulinarischen Genuss. Schafgarbe schmeckt sehr aromatisch und leicht bitter. Im Frühjahr und nach der ersten Mahd verwendet man die jungen zarten Blätter frisch in Salaten, Suppen, als Würze für Kräuterbutter, Aufstriche und bei fetten Speisen, denn sie fördert die Fettverdauung. Für Tee, Limonade, Tinktur und zum Trocknen verwendet man den oberen Teil, den nicht verholzten Teil mit den Blüten.

Das ätherische Öl und die Bitterstoffe machen die Schafgarbe zu einem aromatischen Heilmittel. Ein weiterer Name ist „Bauchwehkraut“, denn sie ist sehr vielseitig verwendbar bei Verdauungsstörungen und gut für den Magen. Sie hilft bei Menstruationsbeschwerden und Wundbehandlungen, denn sie wirkt auch desinfizierend, entzündungshemmend und krampfstillend.

Bei äußerlichen Anwendungen als starker Tee, aber auch als Umschlag und Bad ist Schafgarbe eine Wohltat für die Haut und den Körper. Ich kann einen Ölauszug machen und die besten Salben mit dieser Heilpflanze herstellen, die die Haut wirklich schön machen.

Die Schafgarbe finden wir auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern, Böschungen und Feldrändern. Sie ist eine sehr genügsame, ausdauernde und widerstandsfähige mehrjährige Pflanze, die sowohl Trockenheit als auch Dünger verträgt. Staunässe und feuchte Böden meidet sie.

Lassen auch Sie sich von den Heilpflanzen unserer Mutter Erde verwöhnen und Sie werden bemerken, wie vielfältig sie uns beschenken. Besuchen Sie uns im 1. Zentrum der Traditionellen Europäischen Medizin der Marienschwestern in Bad Kreuzen, wo Sie vielen dieser Heilpflanzen begegnen werden. Das ist Urlaub für Körper, Geist und Seele.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin der Marienschwestern Bad Kreuzen