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Die Natur wahrnehmen und die Stille genießen

Kräuterkolumne

Mit offenen Augen der Natur zu begegnen, dazu kann ich Sie nur herzlich einladen. Die Natur in der Stille zu betrachten, ist das schönste Geschenk. Welche Einzigartigkeit, Vielfältigkeit und Schönheit wird uns dadurch täglich geboten.

Ich stehe noch immer unter dem Eindruck meines achttägigen Almaufenthalts, der mich wieder einmal zum Ursprung, an die Wurzeln geführt hat. Obwohl ich mit wenigen Dingen auskommen musste, spürte ich dennoch einen großen Reichtum in meinem Herzen. Für dieses Erlebnis bin ich sehr dankbar. Die Ruhe, die Stille, die Vielfältigkeit luden mich jeden Tag ein, staunend und wachsam da zu sein. Welche Gaben der Natur durfte ich da täglich entdecken, welche Vielzahl an Kräutern wächst noch auf unseren Almen!

Ich lebte in der Natur, mit der Natur und von der Natur. Daran könnte ich mich gewöhnen. Meine Wahrnehmungskraft wurde geschärft und große Zufriedenheit machte sich in mir breit. So konnte ich die einfache Natürlichkeit mit ganzer Freude und Begeisterung wahrnehmen. Das Zwitschern der Vögel, das Rauschen des Waldes, das Plätschern des Wassers waren die Melodien, die mich zu meinem Inneren führten.

Wachsam, aufmerksam und behutsam entdeckte ich die Natur. Viele Stunden konnte ich in den Wiesen sitzen und all die Vielfältigkeit bewundern. Dennoch glich kein Tag dem anderen, denn schnell veränderte sich das Bild. Blüten und Farben wechselten einander ab, Pflanzen kamen und gingen. Jeden Tag bewunderte ich das Farbenspiel der Natur mehr. Es war ein Naturerlebnis, ein Kommen und Gehen, ein Aufblühen und Verwelken, ein Begrüßen und Verabschieden, ein Miteinander und ein Zueinander, ein sich zeigen, um für uns da zu sein. Jede einzelne Pflanze wollte mir ihre Geschichte erzählen.

Es hat einen Sinn, wenn Pflanzen zu uns kommen. Es scheint mir, als ob sie uns suchen, um uns zu unterstützen und mit uns ein Stück des Weges zu gehen. Wir müssen diese Pflanzen entdecken und dankbar annehmen.

Täglich stellte ich mir auf der Alm aus den vielen wunderbaren Kostbarkeiten der Natur ein herrliches Menü zusammen. Kräuter sättigen sehr und können auf einfachste Weise zubereitet werden, da sie köstlich schmecken. Ob als Suppe, Spinat, Palatschinke, Strudel, Nockerl, Knödel oder frischer Wildkräutersalat -  Kreativität ist gefragt! Zusätzlich hatte ich nur die nötigsten Lebensmittel dabei, wie Mehl, Eier, Gewürze und ein wenig Gemüse. So einfach wäre das Leben, doch wir betreiben jeden Tag einen großen Aufwand. Eines ist sicher, diese Nahrung ist eine wahrhafte Nahrung, genährt mit all den Stoffen, die der Körper benötigt. All das, was wir wirklich brauchen, stellt uns Mutter Erde zur Verfügung.

 

Tipp: Einfache Kräutersuppe

Jungzwiebel, Kohlrabi und ein Stück Sellerieknolle klein schneiden und in Wasser dünsten, zwei Handvoll Kräuter (Brennnessel, Giersch, Taubnessel, Gänseblümchen, Gundelrebe, Spitzwegerich, Löwenzahnblätter, Knoblauchrauke,...)  klein schneiden, kurz mitkochen, eventuell pürieren und mit Salz und Galgant würzen, ev. ein bisschen Suppenpulver.

Wildkräutersalat

Kartoffeln kochen, schälen und blättrig schneiden. Gänseblümchen, Löwenzahnblätter, -Blüten und - Knospen, junge zarte Giersch Blätter, Wiesenschaumkraut, Knospen vom Wiesenbocksbart, nur ein paar Blätter von der Gundelrebe, Spitzwegerich Blätter, zarte junge Blätter von der Schafgarbe und die Spitzen vom Wiesenlabkraut dazugeben, eine gute Marinade bereiten, durchmischen und genießen.

Dressing für Salat: 6 EL Öl, 4 EL Apfelessig, 3 EL Obers, 2 EL Senf, je 1 EL Zitronensaft und Mineralwasser, Salz und Galgant, ev. ein bisschen Honig

 

Ich wünsche auch Ihnen von Herzen eine Auszeit im Alltag, ein Eintauchen in die Natur. Eine gute Gelegenheit dazu bietet von 28. Juni bis 3. Juli die „Naturerlebniswoche mit den Kräutern“ bei uns im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen.

Ihre Monika Kronsteiner

Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen