Zurück zur Übersicht

Das Ackerstiefmütterchen

Kräuterkolumne

In voller Blüte strahlt uns das Ackerstiefmütterchen jetzt von den Äckern, Zaunrändern, Wegrändern und Brachfeldern entgegen, denn es liebt leicht saure Böden. Unscheinbar und doch so stark präsentiert es sich auch in meinem Garten. Selten ist sie geworden, unsere einzigartige, wertvolle Heilpflanze, die den Dünger nicht mag, aber in letzter Zeit zumindest bei uns in Bad Kreuzen wieder mehr zum Vorschein kommt.

Das Ackerstiefmütterchen wird auch Ackerveilchen, Wildes Stiefmütterchen oder Dreifaltigkeitskraut genannt und blüht gelbweiß. Es gibt auch das wilde Stiefmütterchen, das violett blüht. Besonders junge Mädchen schätzen und nutzen diese Pflanze, die eine sehr beliebte Schönheitspflanze ist. Da ich selber Hydrolate herstelle, bin ich auf das wunderbare Ackerstiefmütterchen aufmerksam geworden. Der herrliche Duft, der durch das Hydrolat entstanden ist, die angenehme Wirkung auf der Haut und die Heilkraft, die es in sich trägt, hat mich in Erstaunen versetzt. Das Ackerstiefmütterchen hatte früher so einen angenehmen Duft, dass die Leute das Korn niedertraten, um es pflücken zu können. Leider hat sich der Duft in unserer Zeit verflüchtigt, aber beim Hydrolat kommt er wieder ganz deutlich durch. Das Hydrolat beruhigt Juckreiz, wirkt entzündungshemmend und stark heilend, denn das Ackerstiefmütterchen zählt zu den wertvollsten und wichtigsten Hautpflanzen. Äußerlich wird die Abkochung in Form von Umschlägen, Teilbädern, Badezusätzen, Gesichtswasser, Salben und kosmetischen Produkten verwendet. Auch die innere Reinigung mit Tee oder Tinktur kann einiges bewirken.

Gesichtstonikum: Ein wunderbares Tonikum für die Schönheit, das schnell zubereitet werden kann, indem Ackerstiefmütterchen in Korn oder Essig angesetzt werden. Dafür 1/3 vom Glas mit Stiefmütterchen befüllen, Korn oder Essig beifügen, zudecken und sechs Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen. Abfiltern, ev. mit etwas destilliertem Wasser verdünnen und in Sprühflaschen geben.

Das Ackerstiefmütterchen ist auch eine sehr beliebte Kinderheilpflanze, die bei Hautproblemen und Husten eingesetzt wird. Die wertvollen Inhaltsstoffe wirken unterstützend vom Milchschorf bis hin zu Ekzemen. Paracelsus meinte, dass dreifärbige Blüten dreierlei Tugenden in sich bergen können: Alle drei Prinzipien deuten an, dass das Stiefmütterchen eine Hautpflanze ist, beginnend bei der empfindlichen Babyhaut über jugendliche Akneprobleme bis hin zu chronischen Hauterkrankungen im Alter. Die Merkurkraft hilft vor allem bei Hauterkrankungen, wenn das, die Nerven regierende Prinzip schwach entwickelt ist und jede innerliche Belastung, jeder Stress über die Haut abreagiert wird.

Ich liebe auch meine Gesichtscreme, bei der ich einen Ölansatz mit Mandelöl zubereite, Kakaobutter und Bienenwachs darin schmelzen lasse und alles gemeinsam mit dem Hydrolat aus Ackerstiefmütterchen zu einer sehr feinen Creme rühre. Für alle, die mehr über Heilsalben wissen und deren Zubereitung kennen lernen möchten, gibt es am Mittwoch, den 14. Juni von 14-17 Uhr einen Workshop im 1. Zentrum für TEM in Bad Kreuzen.

Gehen Sie aufmerksam in die Natur und nutzen Sie die Heilkraft der Pflanzen.

Ihre Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen

TIPP: Bad Kreuzner Heilpflanzenserie von Monika Kronsteiner - jeden Sonntag im Kurier OÖ