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Braunwurz

Kräuterkolumne

Es gibt nur wenige Pflanzen, die braune Blüten tragen. Eine davon ist die Knotige Braunwurz, eine alte, fast vergessene Heilpflanze, die gerne in Gebüschen, an Bächen und Gräben wächst. Mir fiel diese wertvolle Pflanze, die immer wieder als Heilsalbe verwendet wird, zuerst am Wegesrand im Wald auf. Sie unterstützt besonders das Lymphsystem und stärkt das Immunsystems.

Im frischen Zustand riecht die Braunwurz unangenehm. Als ausdauernde Pflanze besitzt sie einen knollig verdickten Wurzelstock, aus dem ein vierkantiger Stängel entspringt, der gelegentlich verästelt, doch immer kahl ist. Er wird bis zu einem Meter hoch und trägt gegenständig angeordnete eiförmige Blätter, die am Rand gesägt und vorne zugespitzt sind. In lockeren Rispen sind bauchig- kugelige Blüten von schmutziger braungelber Farbe angeordnet. Die Braunwurz blüht den ganzen Sommer über. Von September bis November kann die Wurzel geerntet werden, die Samen nach der Reifung und die Blätter im Frühjahr. Der Name Braunwurz bezieht sich sowohl auf die Farbe des Wurzelstocks, als auch auf die bräunlich-gelben Blüten. Vielleicht kennen Sie dieses Braunwurzgewächs auch unter dem Namen Wurmkraut, Sauerwurz, Drüsenwurz oder Feigenkraut.

Die Wurzelausläufer der Braunwurz weisen aneinandergereihte Verdickungen auf, die unseren Lymphknoten ähneln. Früher sahen die Heilkundigen in solchen Ähnlichkeiten einen Hinweis auf die Heilkraft der Pflanze. Mich fasziniert daran besonders, wie oft sie damit Recht hatten. Tatsächlich wird die Braunwurz gerne bei Lymphknotenerkrankungen angewendet, und das mit guten Erfolgen. Je besser das Lymphsystem funktioniert, umso wirkungsvoller funktioniert die Entgiftung und Entschlackung der einzelnen Organe und des Bindegewebes. Zur Aktivierung des Lymphsystems stehen neben der manuellen Lymphdrainage viele altbewährte Heilpflanzen, und hier vor allem die Braunwurz, zur Verfügung.

Den Inhaltsstoffen der Braunwurz werden auch entzündungshemmende Wirkungen zugesprochen, weshalb sie auch bei rheumatischen Beschwerden empfehlenswert ist. Die Volksmedizin verwendet die Wurzel bei Hautkrankheiten, bei Problemen mit den Halsdrüsen, bei chronischem Schnupfen oder geschwollenen Mandeln. Denn die Knotige Braunwurz lässt Drüsen abschwellen.

Innerlich wird diese Heilpflanze als Urtinktur oder als Tee angewendet und äußerlich als Salbe, Creme oder als Öl für Waschungen und Bäder verwendet. Der Braunwurztee aus der Wurzel wird als Kaltauszug zubereitet, den man acht Stunden ziehen lässt und leicht erwärmt genießt. Eine dreiwöchige Braunwurztee-Kur bietet sich an, wenn man zu Infektionen, Entzündungen und Lymphknotenschwellungen neigt.

Als Heilsalbe bei Ekzemen und Wunden, bei Hämorrhoiden und Geschwüren, bei Schorf an der Kopfhaut, Hautflechten und anderen chronischen Hauterkrankungen kann ich die Braunwurz-Salbe sehr empfehlen. 

Braunwurzsalbe: 100g Ölauszug einer Knotigen Braunwurz mit 10g Bienenwachs und 5g Lanolin anhydrid schmelzen lassen und in Salbendosen abfüllen. 

Genießen Sie den wunderbaren Herbst mit seiner Farbenpracht und nützen Sie die Kraft der Wurzeln für Ihre Gesundheit. Die Natur hat sie für uns alle zur Verfügung gestellt.

Monika Kronsteiner

Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen