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Blutweiderich

Kräuterkolumne

Schon länger fällt mir der wunderschön rotviolett, ährenförmig blühende Blutweiderich auf. Nun durfte ich ihn näher kennenlernen. Es heißt ja, wenn einem eine Pflanze immer wieder begegnet, soll man ihr Beachtung schenken und sie, so wie ich im eigenen Garten, wertschätzen.

Blutweiderich zählt zu den Frauenpflanzen. Er hat seinen Namen den roten Blüten zu verdanken, die als Zeichen der Natur verstanden, und als blutstillendes Mittel genutzt wurden. Früher war diese Pflanze ein weitverbreitetes Mittel, das auf frische Wunden gehalten wurde, um die Blutung zu stoppen. Der Blutweiderich wird auch Ähren Weiderich, Stolzer Heinrich, Greinkraut oder Blutkraut genannt. Er ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die bis über einen Meter erreichen kann.

Die schöne wasserliebende Sommerblume blüht von Ende Juni bis Anfang September, gleichzeitig die Erntezeit der Blätter und Blüten. In der Pflege völlig anspruchslos, liebt diese Heilpflanze Sonne und feuchte Standorte. Sie wächst in Moorwiesen, Sümpfen, an Teichen und Bächen. Wahrscheinlich sticht sie mir gerade heuer so sehr ins Auge, da sie trotz der Hitze wunderbar blüht. Aufgeladen von der vielen Sonne leuchtet sie uns so richtig entgegen.

Heilkraft besitzen das Kraut und die Blüte des Blutweiderichs, aber auch die Wurzel, die als Tee oder Tinktur zubereitet wird. Inzwischen wird er aber weniger als Heilpflanze, sondern eher für den Ziergarten verwendet.                         Aufgrund seines hohen Gerbstoffgehalts wirkt er adstringierend, juckreizhemmend, blutstillend und harntreibend. Er wird sehr gerne bei Ekzemen und Blutungen eingesetzt. Weiters hilft er bei akuten oder chronischen Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut sowie bei Durchfall, Katarrh, Infektionskrankheit und Übersäuerung. Er reinigt auch den Darm, und das am besten als Tinktur. Als Wundheilmittel hilft er äußerlich bei Ekzemen und Hämorrhoiden. Bei Nasenbluten wird die Pflanze direkt in die Nase gesteckt oder als Tee getrunken, bzw. die Abkochung gespült.

Ich habe Blutweiderich und Kamille gemischt, was bei starken Blutungen sehr hilfreich und nebenbei auch angenehm zu trinken ist.

Blutweiderich reinigt auch das Auge von Staub und Verletzungen. Er hilft, das gute Sehvermögen zu erhalten und öffnet das innere Auge.

Als Räucherung vertreibt er Mücken und Fliegen, die den Geruch nicht mögen. Eine Räucherung mit Blutweiderich wirkt sich auch positiv auf Magen und Darm aus. Er regt die Lebensgeister an und bringt neuen Schwung ins Leben.

Die Blüte enthält einen roten Farbstoff, der sich für experimentierfreudige Menschen gut als Haarfärbemittel eignet.

Genießen Sie die wunderbare leuchtende Farbe des Blutweiderichs und entdecken Sie die großartigen Schätze der Natur, die uns täglich zur Verfügung stehen.

Monika Kronsteiner
Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin Bad Kreuzen